Low Tide Raglan

Wie alles begann

Mit seinem Schalk im Nacken, seiner aufmerksamen Art und am liebsten immer ganz viel Rabatz – so würde es zumindest Janosch in seinen Büchern beschreiben – kennen wir unseren damals zweijährigen Sohn. Eine ganz wundervolle unkomplizierte Schwangerschaft, gefolgt von einer reibungslosen & schnellen natürlichen Geburt starteten wir in ein unbeschwertes gesundes Leben. Schon früh war unser Kleiner am Entdecken seiner Umwelt und entwickelte sich prächtig. Die ersten zwei Jahre seines Lebens verbrachten wir größtenteils als Familie zusammen, viele Reisen, viele gemeinsame Momente und schon früh legten wir Wert auf eine gepflegte und gesunde Esskultur & Lebensweise. Dies soll uns im Nachhinein sehr Entgegenkommen, aber davon wussten wir bis Ende Februar 2025 nichts. Der Tag sollte unser Leben komplett auf den Kopf stellen.

Wir befanden uns bereits seit Wochen auf einer großen Reise am anderen Ende der Welt. Neuseeland – unser Lieblingsort zum Seele baumeln lassen, sollte unseren Rucksack des Lebens mit einer weiteren Herausforderung und Aufgabe füllen. Unser Sohn wurde schwer krank und dann ging alles ganz schnell. Das Childrens Hospital in Auckland wusste innerhalb weniger Minuten, welche Stunde es geschlagen hat. Unser Sohn hat Typ 1 Diabetes. Wir wussten nichts, wir erahnten nichts. Wir waren der Annahme unser Sohn zeigt Auffälligkeiten für frühkindliches Asthma. Im Nachhinein lachen wir darüber. Diabetes war für uns immer die Krankheit der Ungesunden, der Alten und Angeschlagenen – doch nicht bei so jungen aufgeweckten Kindern? Wir erkannten einfach keine Symptome, keine Merkmale und wir wussten nichts über das Leben mit T1D.

Aber wir sind nicht allein, nein. Es gibt so viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene über den gesamten Globus verteilt, die nahezu immer den gleichen Ablauf durchlebt haben. Und schnell adaptierten wir auch unseren neuen Alltag, um mit unserem Sohn ein gesundes, liebevolles und uneingeschränktes Leben zu führen. Wir sehen diese Situation nun als Chance auf einen bewussten Lebensstil. Wir wollen nicht missionieren, aber haben durch die Erkrankung einen anderen Blick auf Lebensmittel und sind froh über so viele Erkenntnisse, die uns fortan in der gesamten Familie weiter prägen. Denn eines kann man vorab sagen: Die Ernährungsweise mit T1D entspricht einfach gesagt & genau genommen einem gesunden Lebens- und Ernährungsstil für alle Menschen.

Danke Big D für diese Lektion.

Uns fehlte damals das Wissen, um eine Eskalation verhindern zu können. Wir machen uns keine Vorwürfe, jedoch sprechen wir nun laut darüber. Denn heutzutage haben wir gefühlt unendliche Möglichkeiten zu kommunizieren, um künftig viele Kinder vor der schweren Stoffwechselentgleisung zu bewahren.

Typische und häufige Anzeichen sind:

Extrem starker Durst
Exzessives Urinieren
Großer Appetit und zugleich auffälliger Gewichtsverlust
Schwacher, müder oder auch verwirrter Gemütszustand
Fruchtiger oder nagellackähnlicher Atem
Hyperventilation, sehr tiefe und laute Atmung
Hoher bis sehr hoher Blutzucker (ab 11.1 mmol/l oder 200 mg/dl)
Ketone (im Blut oder Urin nachweisbar)

Wären wir nochmal in der Situation, würden wir schon früher den Kinderarzt konsultieren, denn im Grunde reicht schon ein ganz kleiner Pieks in den Finger und der Mini-Tropfen gibt erste notwendige Informationen.

Weitere Infos zur Erkennung & zum Leben mit T1D gibts hier.

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