Sick Day Management

Sick Day Management

Wenn die Kleinen plötzlich ganz leise werden und die süßen Körperchen schwach sind und sie ein Infekt plagt, will man ihnen einfach nur so schnell wie möglich die Last von den Schultern nehmen und sie gesund pflegen. Da geht es uns allen liebenden Eltern gleich. Die Kombination mit T1D lädt in diesem Zusammenhang wie so oft zu einer neuen Debatte zu Tisch.

Denn ein krankes Kind – egal ob fiebrig, mit Magen-Darm-Infekt, typischen Grippesymptomen und so weiter – durch solch eine Zeit zu führen & pflegen und dabei noch T1D zu steuern, ist wirklich next Level. Ich denke ich spreche für alle Mamas und Papas, wenn ich sage, dass der normale Alltag schon hart, anstrengend und unvorhersehbar ist, aber in der Kombination mit einer zusätzlichen Krankheit erreichen wir ganz andere Sphären. Der Geduldsfaden ist gefühlt ewig lang, unser Mut riesig groß und das Meistern von grenzwertigen Situationen rocken wir oft so nebenher wie im Schlaf, aber das Sick Day Management erfordert nochmal sehr viel mehr von allen ab.

So schrecklich es klingt, müssen wir trotzdem oft in diesen Momenten dem chronischen T1D mehr Beachtung schenken, bevor wir uns um das eigentliche Weh kümmern können. Ein stinknormaler grippaler Infekt mit Fieber oder Magen-Darm können so schnell zum echten gefährlichen Problem werden, besonders wenn der Blutzucker und die gebildeten Ketone außer Kontrolle geraten.

Wir kämpfen seit der Diagnose jeden Tag dafür, so viel Wissen und Erfahrungen wie möglich zu sammeln, aufzusaugen und uns immer mehr zu verbessern. Denn um ehrlich zu sein, die Theorie hört sich oft so leicht an, aber in der Praxis leben wir mit unserem Sohn, einem wunderbaren dreijährigen Jungen mit eigenen Wünschen, Gefühlen und ganz viel Energie und Lebensfreude. Daher ein schmaler Grad zwischen „Wir wollen ja nur das Beste für den Kleinen“ und dem Respekt, erstmal Zuhören und Beachten der eigenen Bedürfnisse von unserem Sohn.

Da wir zum Zeitpunkt der Diagnose, danach und eigentlich immer sehr viel auf Reisen sind, haben wir uns versucht so unabhängig und flexibel wie möglich aufzustellen. Bedeutete auch, uns mit dem Thema Krankheit in der Kombination mit T1D intensiv zu beschäftigen.

Tatsächlich war uns da Neuseeland auch ein etwas besserer Komplize im Vergleich zu Deutschland, was das Selbstständig sein mit einem Kind mit Typ 1 Diabetes betrifft. Die vielen Informationen und offenen stundenlangen Gespräche mit dem Fachteam vor Ort möchten wir nicht missen und sind so dankbar dadurch selbstbewusst & selbstbestimmt gestärkt durchs Leben zu gehen. Denn Unsicherheit, Ängste und diese unerträgliche Hilflosigkeit entstehen in den Momenten der Unwissenheit. Das waren wir zum Zeitpunkt der Diagnose und dieses Gefühl wollen wir so schnell nicht mehr verspüren.

Unser wichtigstes Go To ist daher immer neben den normalen Blutzucker-Teststreifen genügend Ketone-Teststreifen vorrätig und immer mit dabei zu haben. Unser Messgeräte „Abbott FreeStyle Precision Neo“ kann glücklicherweise beide Werte anzeigen. Mit dem Wissen mit welchen Werten man es zu tun hat, fühlt sich selbst diese besondere Phase etwas berechenbarer an.

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