Warum schreibe ich diesen Blog?
Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Blog schreiben soll. Nicht, weil es nichts zu sagen gäbe – sondern weil es vieles gibt, das sich nicht erklären oder gar nachvollziehen lässt. Aber es fühlt sich so gut an, die Gedanken & Erfahrungen nieder zu schreiben. Die Emotionen wandern so ungebremst aus dem Kopf und erleichtern mich. Selbst wenn niemand anders diese Zeilen lesen würde, ich bin so froh, dass es sie gibt – sie lassen mich loslassen.
Dieser Blog ist kein Ratgeber.
Er ist kein Tagebuch.
Und er ist kein Ort für Lösungen.
Ich schreibe, weil es einen Alltag gibt, der meist leise ist.
Einen Alltag, der funktioniert, weil jemand im Hintergrund wach und wachsam bleibt.
Einen Alltag, der selten sichtbar ist – und trotzdem alles trägt. Keine Pause, ein unendlicher Kreislauf. Der Spagat zwischen Leben & Kontrolle, Perfektion und gnadenloser Machtlosigkeit, hilflos sein & im nächsten Moment der beste Jongleur und unbesiegbar.
Ich schreibe als Mama.
Und als Mensch, der Verantwortung trägt, besonders dann, wenn niemand zusieht und alle schlafen.
Wenn man einmal in der Situation ist, einen Körper, einen Menschen permanent am Leben zu halten, dabei meine ich nicht, sich um die normalen Bedürfnisse zu kümmern, sondern wahrhaftig täglich, Tag und Nacht für das Leben des geliebten Kindes zu kämpfen, verändert das – es veränderte mich.
Es fühlt sich nun richtig an, darüber zu sprechen, darüber zu schreiben. Denn die Zeit des Schweigens und dieser unendlichen Ruhe, tat mir nicht gut. Es stimmte mich leise.
Ich bin mir sicher, es gibt so viele Menschen, die ähnliches oder noch viel mehr für ihre Kinder leisten müssen und vielleicht nicht die Kraft haben, sich zu öffnen oder die manchmal so unerträglichen Alltagsmomente zu teilen. Mir gab das nächtliche Scrollen durch Social Media ungewöhnlicherweise ein sehr verbindendes & mutzusprechendes Gefühl nicht allein zu sein, viele Mamas sind gerade wach, weil der Sensor wieder einmal piepste.
Manchmal ist Fürsorge sehr leise.
Manchmal ist Fürsorge nicht sichtbar.
Und manchmal ist Fürsorge einfach nur wach sein.
Manchmal ist Fürsorge einfach nur wach sein
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